Angst

 

Du fragtest mich: Wovor hast du Angst?
Ich antwortete: Davor dich zu velieren.
Du beruhigtest mich und versprachst mir,
dass das nie passieren würde.

 

Warum hast du dein Versprechen gebrochen?
Ich würde dich nie verlieren, hast du gesagt.
Du würdest mich lieben, hast du mir ins Ohr geflüstert.
Für immer und ewig, hast du mir versprochen.

 

Doch du hast gelogen!
Ich habe dich verloren.
Du liebst nicht mich, sondern sie.
Für immer und ewig? Wenn sie es dir glaubt...

 

Was tun?

 

Seit ich dich das erste mal sah,
gehst du mir nicht mehr aus dem Kopf.
Doch wie soll ich es dir sagen?
Hab Angst vor deiner Reaktion.

 

Ich schaff' es nicht,
die meine Liebe zu gesteh'n.
Denn würde ich es tun,
würde ich sie verletzen.


Das will ich nicht,
denn sie ist mir wichtig.
Doch was bringt mir dann dieses Gedicht?
Wenn du es eh nie lesen wirst.

 

Der Erste

 

Ich liebe dich!
Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört?
Tausendmal ist zu weinig.
Du sagst du meinst es ernst.

 

Doch woher soll ich das wissen?
Jeder hat es 'ernst' gemeint.
Für eine Nacht...
Aber die ist vorbei, und du bist immernoch da.

 

Du schnekst mir Blumen,
sagst mir dass du mich liebst.
Und ich glaube dir,
du fragst: Willst du mich heiraten?

 

Doch kaum sind wir da,
im Hafen der Ehe.
Bekomme ich keine Rosen mehr,
sondern Schläge.

 

Wie konnte ich so dumm sein,
und dir glauben?
Du wärst der erste gewesen,
und der einzige.

 

 

Für immer

 

Ich sah dich,
doch du sahst mich nicht.
Ich liebte dich,
doch du liebtest mich nicht.

 

Ich versuchte alles,
um dich zu erreichen.
Doch du hast mich nicht bemerkt,
oder wolltest mich nicht bemerken.

 

Ich versuchte alles,
doch erreichte nichts.
Du sahst nicht mich,
sondern sie.

 

Wie konntet ihr,
du und sie,
mir das antun?
Ich kapier' es nicht.

 

Sie sagt,
ich soll mich nicht so anstellen.
Sie sagt,
das geht vorüber.

 

Doch ich glaube ihr nicht,
denn sie lügt.
Ich sage nicht Auf Wiedersehen,
denn ich gehe, für immer!

 

Regen

 

Ich sah dich da sitzen,
im Regen und ohne Schirm.
Ich setzte mich zu dir
und teilte meinen mit dir.

 

Du lächeltest mich an,
und ich lächelte zurück.
Doch dann kam dein Bus
und ich war allein.

 

Jeden Tag kam ich zurück,
doch nie warst du da.
Nach einem Monat gab ich auf
und dachte es soll nicht sein.

 

Zwei Wochen danach sah ich dich wieder,
in der Stadt, allein und wie gerufen,
fing es an zu regnen.
Du lächeltest mich an.

 

Ich nahm meinen Schirm
und du meine Hand.

 

 

Zu spät

 

Ich konnte nicht anders,
ich konnte mit keinem reden.
Mir hörte ja keiner zu,
keiner bemerkte mich.

 

Ja, jetzt könnt ihr euch erinnern,
könnt weinen, könnt fragen.
Warum?
Könnt ihr euch das nicht denken?

 

Ihr seid so dumm,
ihr seht eine Katastrophe selbst dann nicht,
wenn ihr mittendrin steht!
Hättet ihr mir doch nur einmal zugehört!

 

Ihr könntet etwas ändern,
aber das will ja keiner.
Immer nur den guten,
alten Zeiten hinterher hängen.

 

Doch von wegen gut!
Hättet ihr da schon aufgepasst,
hättet auf die gehört,
die euch etwas sagen wollten!

 

Ist das eine Lösung?
Nein verdammt! Ist es nicht!
Wieso muss immer erst etwas passieren,
bevor ihr eure Augen aufmacht?

 

Ich warf mich vor den Zug,
damit ihr kapiert!
Doch selbst jetzt fragt ihr euch;
Warum?!